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War es Nachlässigkeit, das Fenster nicht zu schließen,
ein plötzlicher Wetterumschlag, wurde jemand aufgehalten, verhindert,
nach Hause zu kommen?
Etwas Anrührendes, dieses Stück Stoff, aus einem Fenster
wehend. Es macht die Wohnung schutzlos, es bezeichnet die Verletzlichkeit
mehr als das offene Fenster selbst. Es kann hineinregnen, Tauben
können aufmerksam werden, ist die Wohnung verlassen?
Nachdenklichkeit.
Beim genaueren Betrachten noch eine Gardine, nun zwei, dann drei
in gleicher Bewegung; man wird aufmerksam, nein, sie sind nicht
in Bewegung, die Bewegung ist erstarrt.
Ein fragender, irritierter Blick, ein suchender - was ist?
Auf drei Häuser verteilt, elf Fenster mit weit sichtbaren
Gardinen. Stehen geblieben, fest gehalten, in der Bewegung eingefroren,
vielleicht tausend märchenhafte Jahre lang.
Eine dreidimensionale Fotografie, ein Schnappschuss, ein Vexierbild,
oder ist es Täuschung, eine trügerische Wahrnehmung?
Wann werden die Gardinen hereingeholt, wann wird die Fixierung
gelöst, erlöst?
Roland Albrecht
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